Hitzewellen und „Tropennächte“, in denen es kaum Abkühlung gibt: Die Folgen des Klimawandels sind auch in Deutschland spürbar. Bestimmte Gruppen wie Menschen ab 65 sind besonders von gesundheitlichen Auswirkungen der Hitze betroffen. Langanhaltende hohe Temperaturen machen aber nicht nur Älteren zu schaffen, sondern wir alle sind weniger leistungsfähig. Mehr und detaillierte Informationen rund um Hitze und Hitzeschutz erhalten Sie unter: www.klima-mensch-gesundheit.de/hitze-und-hitzeschutz/.

Tipps für alle

So kommen Sie gut durch die nächste Hitzewelle

Haben Sie auch schon einmal gemerkt, dass Sie sich während einer Hitzewelle nicht wohl fühlen und weniger leistungsfähig sind? Oder ist Ihnen die Hitze sogar schon mal auf die Gesundheit geschlagen? Das ist nicht verwunderlich, denn große Hitze hat Auswirkungen auf den menschlichen Körper. Sie sind damit nicht allein. Viele Menschen fühlen sich durch hohe Temperaturen beeinträchtigt.

Die gute Nachricht ist: Es gibt Möglichkeiten, der Hitze entgegenzuwirken. Hier finden Sie Tipps und Ratschläge, mit denen Sie Hitzebelastungen vorbeugen können. Nicht jede Empfehlung ist für jede Person sinnvoll: Sie allein können und müssen entscheiden, was Ihnen guttut und was für Sie umsetzbar ist.

Lesen Sie außerdem, wie sich gefährliche Hitzebeschwerden „anfühlen“ und wie Sie am besten darauf reagieren – damit Sie gesund bleiben und den Sommer genießen können!

  • Passen Sie Ihren Alltag bei einer Hitzewelle an. Verlegen Sie körperliche Aktivitäten und Erledigungen in die kühleren Morgen- und Abendstunden.
  • Halten Sie Ihre Wohnung und sich selbst möglichst kühl.
  • Trinken Sie ausreichend – am besten Wasser und ungesüßte Tees.
  • Sorgen Sie für Sonnenschutz, wenn Sie ins Freie gehen.
  • Achten Sie auf sich und andere, vor allem aber auf Kinder und ältere Menschen.
  • Wenn Sie Arzneimittel einnehmen, konsultieren Sie vor einer Hitzewelle Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, um diese auf Hitzeverträglichkeit prüfen zu lassen.  Beachten Sie insbesondere bei Hitze die Aufbewahrungshinweise in der Packungsbeilage von Arzneimitteln

Lüften Sie während einer Hitzewelle nur, wenn es draußen kühler ist als in Ihrer Wohnung. Ist die Temperatur im Freien erstmal höher als in Ihrer Wohnung, hat Lüften keinen Zweck.  Verschieben Sie es in die Nacht oder in die kühleren Morgenstunden. Öffnen Sie dann möglichst alle Fenster in der Wohnung gleichzeitig, denn durch diese Querlüftung gelangt die frische Luft besonders schnell in alle Räume.

Schließen und verschatten Sie die Fenster. An heißen Tagen sollten Sie die Fenster tagsüber geschlossen halten. Noch wirksamer wird diese Maßnahme, wenn Sie sonnenbeschienene Fenster mit Fensterläden, Rollos und Jalousien verdecken. Haben Sie einen Balkon oder eine Terrasse, sorgen Sie mit Markisen, Sonnensegeln oder -schirmen für Schattenplätze.

Setzen Sie einen Ventilator ein. Auch künstlich erzeugte Luftbewegungen kühlen, deshalb sind Ventilatoren hilfreich. Sie kühlen die heiße Luft zwar nicht ab, trotzdem wirkt der über Ihre Haut streichende Luftzug kühlend. Außerdem trocknet er den Schweiß auf Ihrer Haut. Die dabei entstehende Verdunstungskälte kühlt die Haut zusätzlich. Stellen Sie als „Kühlmittel“ ein Gefäß mit Eiswürfeln vor den Ventilator, dann verstärkt sich die Wirkung noch. Nachts hilft der Ventilator dabei, die kühlere Nachtluft im Raum zu verteilen.

Ventilatoren sind bis zu Temperaturen von ca. 35 °C einsetzbar. Danach stoßen sie an ihre Grenzen, da die durch den Ventilator zugeführte warme Luft die Haut nicht mehr kühlen kann. Vielmehr besteht die Gefahr, dass sie die Überhitzung fördert.  Achten Sie darauf, das Gerät nicht direkt auf eine Person auszurichten, sondern in einiger Entfernung aufzustellen. Manche Menschen reagieren empfindlich auf Zugluft. Außerdem verbraucht ein Ventilator Energie und erzeugt dadurch selbst etwas Wärme.

Kontrollieren Sie regelmäßig die Raumtemperatur und kühlen Sie diese ggf. aktiv herunter. Sie sollte idealerweise tagsüber unter 32 °C und nachts unter 24°C liegen. Übersteigt sie diese Werte, sollten Sie reagieren: Benutzen Sie möglichst wenig elektrische Geräte, denn sie geben ebenso wie Lichtquellen Wärme ab. Sie können außerdem feuchte Tücher aufhängen oder Gefäße mit kaltem Wasser aufstellen. Die Verdunstung des Wassers kühlt die Raumluft. Das funktioniert aber nur, wenn es nicht zu schwül im Raum ist. Steigt die Luftfeuchtigkeit stark an, müssen Sie kurz stoßlüften. Achten Sie darauf, dass die Tücher nicht völlig austrocknen, denn dann heizen sie sich mit auf.

Teppiche sind Wärmespeicher. Daher empfiehlt es sich, sie in der Sommerzeit wegzuräumen.

Hilft alles nichts, ist eine der letzten Möglichkeiten der Einsatz einer – ggf. mobilen – Klimaanlage. Entscheiden Sie sich dafür, darf diese nicht zu kalt eingestellt sein (Erkältungsgefahr!) und Türen und Fenster müssen geschlossen bleiben. Klimaanlagen verfügen in der Regel über geeignete Filter, die Staub, Pollen, Viren und andere Schadstoffe aus der Umgebungsluft entfernen. Um Gesundheitsrisiken auszuschließen, sollte die Anlage regelmäßig gewartet und gereinigt werden.

Meiden Sie Orte mit direkter Sonneneinstrahlung und überhitzte Räume. Ihrer Gesundheit zuliebe sollten Sie sich an heißen Tagen möglichst wenig in der prallen Sonne aufhalten. Meiden Sie große Asphalt- oder Betonflächen, denn diese Materialien speichern die Wärme und lassen die Umgebungstemperatur noch weiter ansteigen.  Suchen Sie zur Abkühlung nach schattigen Plätzen in nahegelegenen Parks, Gärten oder Hinterhöfen. Hier können Sie sich von der Hitze erholen, denn Bäume und andere Pflanzen befeuchten und kühlen die Luft.

Halten Sie sich zu Hause möglichst im kühlsten Raum der Wohnung auf. Das gilt auch für die Nächte, denn ein überhitztes Schlafzimmer bringt Sie womöglich um den Schlaf. Hat sich Ihre Wohnung stark aufgeheizt, verbringen Sie täglich möglichst zwei bis drei Stunden an einem kühlen Ort außerhalb Ihrer vier Wände. Halten Sie sich außerdem nicht in geschlossenen parkenden Autos auf und lassen Sie auch niemanden dort zurück, vor allem keine kleinen Kinder oder Tiere.

Passen Sie Ihren Tagesablauf der Hitzeentwicklung an. Halten Sie sich während der heißesten Tageszeit – etwa zwischen 11 und 17 Uhr – möglichst wenig draußen auf. Es sei denn, dort gibt es kühlere Plätze als in Ihrer eigenen, aufgeheizten Wohnung. Auf intensive körperliche Aktivitäten und Sport sollten Sie während dieser Zeit ganz verzichten. Versuchen Sie, diese und andere Aufgaben wie Einkäufe, Termine und Erledigungen in die kühleren Morgen- und Abendstunden zu verlegen. Dann sind nicht nur die Temperaturen niedriger, sondern auch die Ozonbelastung und die Sonnenintensität.

Schützen Sie sich vor UV-Strahlung. Wir alle genießen die Sonne gerne und brauchen Sie sogar zum Leben. Doch die Strahlung der Sonne birgt auch Gefahren für unsere Gesundheit durch die im Sonnenlicht enthaltene ultraviolette (UV-) Strahlung. Ein Zuviel an UV-Strahlung kann zahlreiche gesundheitliche Schäden verursachen – im schlimmsten Fall Hautkrebs. Schützen Sie Ihre Haut deshalb bei intensiver Sonneneinstrahlung immer mit Sonnencreme.

Achten Sie auf den UV-Index, der den Spitzenwert der erwarteten sonnenbrandwirksamen UV-Strahlung eines Tages angibt: Ein UV-Index von 1 oder 2 gilt als unbedenklich, ab 3 bzw. 4 ist ein Sonnenschutz erforderlich. Auch wenn Sie sich „nur“ in den Schatten setzen wollen – benutzen Sie eine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 oder höher. Lange, luftige Kleidung und eine Kopfbedeckung schützen zusätzlich. Zum Schutz der Augen sollte eine Sonnenbrille verwendet werden. Weitere Informationen und hilfreiche Tipps zum UV-Schutz finden Sie hier.

Schützen Sie sich mit der richtigen Kleidung vor Hitzebelastungen. Tragen Sie leichte, luftige und atmungsaktive Kleidung. Sie ermöglicht, dass die Luft am Körper zirkuliert. Geeignete Stoffe sind Viskose, dünne Baumwolle, Leinen und Seide. Auch die Farbe hat einen Effekt auf Ihre Körpertemperatur. Tragen Sie lieber helle als dunkle Kleidung, denn sie reflektiert das Sonnenlicht. Noch wichtiger als die Farbe ist aber, dass die Kleidung locker sitzt, damit die Luft zirkulieren kann. Kopfbedeckungen sind im Sommer nicht nur ein modisches, sondern ein gesundheitliches „Must have“. Denn unser Gehirn reagiert besonders empfindlich auf Überhitzung. Daher empfiehlt es sich, im Freien einen Hut mit breiter Krempe oder eine Kappe mit Schirm und Nackenschutz zu tragen. Schützen Sie außerdem Ihre Augen mit einer Sonnenbrille und cremen Sie sich mit Sonnencreme ein.

Sorgen Sie mit Luft und Wasser für Abkühlung. „Steht“ die Luft um Sie herum, kann schon eine leichte Luftbewegung wohltun. Verwenden Sie einen Fächer oder etwas Ähnliches.

Besonders erfrischend für den Körper sind bei großer Hitze Anwendungen mit Wasser: Legen Sie sich z. B. kühle, feuchte Umschläge auf Arme, Beine, Stirn oder Nacken. Machen Sie kühle Fußbäder oder halten Sie Ihre Unterarme in oder unter (fließendes) kühles Wasser. Es hilft auch, das Gesicht, den Nacken und die Schläfen mit kühlem Wasser zu benetzen. Sehr wohltuend sind kühle oder lauwarme Duschen und Wannenbäder. Allzu kalt sollte das Wasser aber nicht sein, da es sonst zu Kreislaufproblemen kommen kann. Und weil kalte Duschen an heißen Tagen den Blutdruck in die Höhe treiben, schwitzen Sie hinterher auch umso mehr. Trocknen Sie sich nach dem Duschen oder Baden nur oberflächlich ab. Dann kühlt das auf Ihrer Haut verdunstende Wasser Sie zusätzlich ab.

Halten Sie sich möglichst im Schatten auf. Lässt sich ein Aufenthalt in der Sonne nicht vermeiden, legen Sie aktiv „Sonnenpausen“ im Schatten ein.

Benutzen Sie kühlende Lotionen und Sprays. Nicht immer ist an heißen Tagen Gelegenheit für kühlende Wasseranwendungen. Erfrischung versprechen aber auch kühlende Körperlotionen oder selbstgemachte Wassersprays, die Sie ganz einfach zu Hause herstellen können. Befüllen Sie dazu eine Mehrweg-Sprühflasche mit Wasser. So vermeiden Sie unnötigen Verpackungsmüll, da Sie diese Flasche einfach neu befüllen können, wenn das Wasser aufgebraucht ist oder gewechselt werden muss (1-mal täglich). Wassersprays sind besonders praktisch, da Sie diese an jedem beliebigen Ort auf Gesicht, Arme und Dekolleté sprühen können. Wenn es ihnen guttut, betupfen Sie hin und wieder Schläfen, Hals und die Stellen hinter Ihren Ohren mit kaltem Wasser oder benutzen Sie eine Kühlkompresse. Auch eine gekühlte Gelmaske für die Augenpartie kann Wunder wirken. Ihre Füße freuen sich über eine Behandlung mit gekühltem Fußbalsam, Rücken und Beine über eine „Abreibung“ mit Franzbranntwein.

Trinken Sie während einer Hitzewelle ausreichend. Über den Tag verteilt sollten Sie etwa zwei bis drei Liter Flüssigkeit aufnehmen, auch wenn Sie unterwegs sind. Sollte bei Ihnen jedoch eine Erkrankung von Herz oder Nieren vorliegen, besprechen Sie Ihre Trinkmenge mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt. Am besten eignen sich Wasser, gekühlte Tees ohne Zuckerzusatz (aber gern mit Minze und Zitrone) und Saftschorlen. Trinken Sie am besten stündlich ein Glas – selbst wenn Sie keinen Durst haben. Starkes Schwitzen führt zu erheblichem Wasserverlust unseres Körpers. Die Folge sind unter Umständen gesundheitliche Beschwerden. Da das Durstgefühl erst einsetzt, wenn bereits (zu) viel Flüssigkeit verloren wurde, müssen Sie vorbeugen.

Schonen Sie Ihren Magen, indem Sie auf sehr kalte Getränke verzichten. Machen Sie einen Bogen um Alkohol und begrenzen Sie Ihren Koffein- und Zuckerkonsum. Zuckerhaltige Getränke entziehen dem Körper nämlich Flüssigkeit, alkohol- oder koffeinhalte Getränke belasten den Kreislauf zusätzlich.

Essen Sie leicht. An heißen Tagen sollten Sie lieber mehrere kleine Mahlzeiten zu sich nehmen als drei große. Achten Sie darauf, möglichst leichte, frische und kühle Nahrungsmittel und Gerichte zu verzehren, z. B. Obst, Gemüse, Salat, fettarme Suppen, fettarme Milch oder Milchprodukte.

Nehmen Sie am besten eine Kühltasche zum Einkaufen mit, damit leicht verderbliche Nahrungsmittel wie Fleisch oder Fisch unbeschadet zu Hause ankommen. Viele Nahrungsmittel verderben bei Hitze schneller. Lagern Sie diese daher besonders kühl und verarbeiten Sie sie schnell.

Versorgen Sie Ihren Körper ausreichend mit Mineralstoffen. Wenn Sie heftig schwitzen, werden auch Mineralien – vor allem Natrium – aus Ihrem Körper geschwemmt. Natrium spielt aufgrund seines hohen Wasserbindungsvermögens eine wichtige Rolle bei der Regulation des Wasserhaushalts und ist lebensnotwendig. Natrium kommt natürlicherweise oder durch Zusatz von Speisesalz (Natriumchlorid, NaCl) in fast allen Lebensmitteln vor. Geben Sie ihrem Körper das durch starkes Schwitzen verlorene Natrium zurück, indem Sie normal gesalzene Speisen essen und ausreichend Wasser trinken. Ansonsten droht Ihnen eine sogenannte Elektrolytstörung. Sie führt zu Müdigkeit, Mattheit, verzögerten Reaktionszeiten oder im Extremfall sogar zu Verwirrtheit.

Schlafen Sie im kühlsten Raum der Wohnung. Versuchen Sie, Ihr Schlafzimmer möglichst kühl zu halten. Gelingt Ihnen das nicht, richten Sie sich einen Schlafplatz im kühlsten Raum der Wohnung ein – zumindest während einer Hitzewelle.

Halten Sie Bett und Bettzeug kühl. Benutzen Sie leichte Bettwäsche oder tauschen Sie Ihre Bettdecke gleich gegen ein leichtes Leinentuch aus. Sie können auch unter einem leeren Bettbezug oder einem Laken aus Baumwolle schlafen. Ist Ihnen trotzdem zu warm, nehmen Sie eine Wärmflasche mit kaltem Wasser mit ins Bett. Auch kühle Tücher auf Stirn, Unterschenkeln oder Unterarmen sorgen für Erleichterung, da sie Ihrem Körper Wärme entziehen.

Tragen Sie leichte Nachtwäsche. Bei hohen Temperaturen empfiehlt sich leichte Nachtwäsche aus luftigen und atmungsaktiven Stoffen wie Baumwolle, Seide oder anderen Naturfasern. Auf synthetische Nachtwäsche sollten Sie verzichten, da sie zusätzlich schweißtreibend wirkt. Hilfreich für eine „gute Nacht“ kann auch dieser Trick sein: Legen Sie Ihre Nachtwäsche oder das Bettlaken in einer Kunststofftüte ins Eisfach und erfrischen Sie Ihren Körper vor dem Einschlafen mit den eisgekühlten Textilien.

Achten Sie während einer Hitzewelle auf ältere Menschen in Ihrem Umfeld. Menschen ab 65 Jahren sind bei hohen Temperaturen besonders gefährdet. Es beginnt damit, dass sie Hitze nicht so intensiv wahrnehmen wie jüngere Menschen. Das liegt u. a. daran, dass sie weniger schwitzen und seltener Durst haben. Hinzu kommt, dass viele Ältere gesundheitlich vorbelastet sind, z. B. durch Erkrankungen der Atemwege, des Herz-Kreislaufsystems, Diabetes oder Übergewicht. Nicht nur die Erkrankungen selbst, auch die zu ihrer Behandlung eingenommenen Arzneimittel können zusätzliche Hitzerisiken bergen. Dachgeschosswohnungen oder Wohnungen mit Südlage, die sich nur schlecht verschatten lassen und keine Rückzugsmöglichkeit bieten, können sich bei großer Hitze ebenfalls nachteilig für ältere Menschen auswirken. Unsere besondere Aufmerksamkeit aber sollten wir auf ältere Menschen richten, die allein leben und in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Denn sie sind auf Unterstützung angewiesen.

Bieten Sie gefährdeten Personen an heißen Tagen Ihre Hilfe an. Sensibilisieren Sie ältere Menschen aus Ihrem Umfeld für die Situation und unterstützen Sie sie dabei, die nötige Beratung und Hilfe zu bekommen. Kontaktieren Sie ältere, kranke oder alleinlebende Personen mindestens einmal pro Tag und erkundigen Sie sich nach ihrem Befinden. Fragen Sie nach, wieviel die Person getrunken hat und wie warm es in ihrem Zuhause ist. Bedenken Sie, dass es in Zeiten von Corona wichtig ist, bei sozialen Kontakten die aktuell gültigen COVID-19-Regeln und -Empfehlungen zu befolgen. Unter Umständen ist im Umgang mit älteren und gefährdeten Personen der telefonische Kontakt sicherer als ein Besuch.

Vernetzen Sie sich und halten Sie Kontakt. Treten bei Hitzestress plötzlich Beschwerden auf, ist besondere Achtsamkeit geboten. Passen Sie also gut auf sich auf – und auf Ihre Angehörigen, Freunde und Nachbarn. Nutzen Sie, wenn möglich, bestehende familiäre Netzwerke und Nachbarschaftsinitiativen. Vielleicht gibt es auch soziale Netze (Plattformen) in Ihrer Nachbarschaft oder in Ihrem Ort, die eine gegenseitige Fürsorge an heißen Tagen erleichtern.

Meiden Sie Hitze und halten Sie sich an die geltenden Regeln und Empfehlungen zum Infektionsschutz. Denn es gibt keine Beweise dafür, dass hohe Temperaturen Sie vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen.

Schätzen Sie Ihre Risiken richtig ein. Manche Menschen sind in diesen Zeiten doppelt gefährdet, denn sie haben ein erhöhtes Risiko für hitzebedingte Gesundheitsschäden und einen schweren COVID-19 Krankheitsverlauf. Dazu gehören ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen (z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Nervensystems wie Demenz oder Erkrankungen der Niere) oder Menschen mit Übergewicht. Wenn Sie oder Personen in Ihrem Umfeld zu einer dieser Risikogruppen gehören, müssen Sie besonders achtsam sein. Halten Sie sich unbedingt an die geltenden Regeln und Empfehlungen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie, um sich oder diese Menschen vor einer Erkrankung mit COVID-19 zu schützen, und achten Sie darüber hinaus auf wirksamen Hitzeschutz.

Minimieren Sie Ihr Risiko. Schützen Sie sich bei einem Aufenthalt im Freien vor Hitze und direkter Sonneneinstrahlung und beachten Sie gleichzeitig die geltenden Abstandsregeln.

Meiden Sie Kontakt zu haushaltsfremden Personen, falls Sie in Innenräumen wegen der Hitze auf eine Fensterlüftung verzichten bzw. verringern Sie möglichst die gemeinsame Aufenthaltsdauer im geschlossenen Raum und achten Sie auf die empfohlenen Schutzmaßnahmen.

Deuten Sie Symptome richtig. Die folgenden Symptome von Hitzeerkrankungen können auch Anzeichen einer COVID-19-Erkrankung oder anderer Infektionen sein:

  •  Erschöpfungsgefühle,
  •  Kopfschmerzen,
  •  Kurzatmigkeit,
  •  erhöhte Temperatur oder Fieber.

Treten die genannten Symptome auf, müssen Sie auch an eine COVID-19-Erkrankung denken. Sie sollten zu Hause bleiben, die Abstands- und Hygieneregeln einhalten und sich telefonisch beraten lassen. Rufen Sie am besten die Telefonnummer 116117, eine lokale Corona-Hotline, die Hausarztpraxis oder einen anderen behandelnden Arzt bzw. eine Ärztin an.

Tipps für Eltern von Babys und Kleinkindern

Die Kleinsten brauchen den größten Schutz gegen Hitze

Dass die zarte Haut von Babys und Kleinkindern äußerst empfindlich ist und daher im Sommer besonders geschützt werden muss, dürfte „sonnenklar“ sein. Damit ist es aber bei Hitzewellen nicht getan. Denn extreme Hitze kann auch darüber hinaus gefährliche Auswirkungen für den kindlichen Körper haben. Das liegt u. a. daran, dass die Schweißproduktion bei Kindern geringer, ihre Stoffwechselrate aber höher ist als bei älteren Kindern oder Erwachsenen. Hinzu kommt, dass ihre Hautoberfläche im Verhältnis zum Körpergewicht größer ist als, weshalb sie mehr Zeit brauchen, um sich an Hitze anzupassen.

Die Folge ist, dass Babys und Kleinkinder schneller unter Hitzebeschwerden leiden. Sie dehydrieren schneller, bekommen schneller einen Sonnenstich, Fieber oder Hitzepickel oder zeigen schneller Symptome von Hitzeerschöpfung.

Sie sollten daher im Sommer immer im Hinterkopf behalten, dass Hitze andere Auswirkungen auf Ihr Baby oder Ihr Kleinkind haben kann als auf Sie. Während Sie noch die Sonne genießen, kämpft es womöglich schon gegen die Hitze an. Grundsätzlich gilt: Je jünger Ihr Kind ist, desto empfindlicher und somit schutzbedürftiger ist es gegenüber Hitzebelastungen. Machen Sie sich mit möglichen gesundheitlichen Problemen und Schutzmaßnahmen vertraut und achten Sie an heißen Tagen besonders auf etwaige Symptome.

Denken Sie immer daran: Ihr Baby oder Ihr Kleinkind kann sich selbst nicht helfen – sein wichtigster Sonnen- und Hitzeschutz sind Sie!

  • Meiden Sie die Hitze so gut es geht und setzen Sie Babys und Kleinkinder weder der direkten Sonneneinstrahlung noch intensiver Mittagshitze aus.
  • Berücksichtigen Sie bei Ihrer Tagesplanung, dass Kleinkinder in der heißesten Tageszeit – etwa zwischen 10 und 17 Uhr – auf anstrengende Bewegungsspiele verzichten sollten.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind genug trinkt.
  • Schützen Sie Ihr Kind von oben bis unten mit sonnengerechter Kleidung. Dazu gehört auch eine Kopfbedeckung sowie eine Sonnenbrille.
  • Halten Sie Ihre Wohnung und den Körper Ihres Babys bzw. Ihres Kleinkindes möglichst kühl.
  • Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Kleinkind beim Spielen mit Wasser, im Planschbecken oder unter einer Gartendusche abkühlen kann.
  • Legen Sie Ihr Baby oder Ihr Kleinkind im kühlsten Raum der Wohnung schlafen.
  • Leiten Sie bei Symptomen von Hitzebelastung umgehend Erste-Hilfe-Maßnahmen ein und verständigen Sie eine Ärztin oder Arzt.

Kontrollieren Sie während einer Hitzewelle die Raumtemperatur. Für Säuglinge und Kleinkinder ist es wichtig, dass die Raumtemperatur auch tagsüber nicht über 26 °C liegt. Übersteigt sie diesen Wert, müssen Sie reagieren: Benutzen Sie möglichst wenige elektrische Geräte, denn sie geben Wärme ab. Sie können außerdem feuchte Tücher aufhängen oder Gefäße mit kaltem Wasser aufstellen. Die Verdunstung des Wassers kühlt die Raumluft. Das funktioniert aber nur, wenn es nicht zu schwül im Raum ist. Steigt die Luftfeuchtigkeit stark an, müssen Sie kurz stoßlüften. Achten Sie darauf, dass die Tücher nicht völlig austrocknen, denn dann heizen sie sich mit auf.

Lüften Sie nur, wenn es draußen kühler ist als in Ihrer Wohnung. Ist die Temperatur im Freien erstmal höher als in Ihrer Wohnung, hat Lüften keinen Zweck.  Verschieben Sie es in die Nacht oder in die kühleren Morgenstunden. Öffnen Sie dann möglichst alle Fenster in der Wohnung gleichzeitig, denn durch diese Querlüftung (Durchzug) gelangt die frische Luft besonders schnell in alle Räume.

Schließen und verschatten Sie die Fenster. An heißen Tagen sollten Sie die Fenster tagsüber geschlossen halten. Noch wirksamer wird diese Maßnahme, wenn Sie sonnenbeschienene Fenster mit Fensterläden, Rollos oder Jalousien verdecken.

Setzen Sie einen Ventilator ein. Auch künstlich erzeugte Luftbewegungen erfrischen, deshalb sind Ventilatoren hilfreich. Sie kühlen die heiße Luft zwar nicht ab, trotzdem wirkt der über die Haut streichende Luftzug angenehm. Außerdem trocknet er den Schweiß auf der Haut. Die dabei entstehende Verdunstungskälte kühlt die Haut zusätzlich. Nachts hilft der Ventilator dabei, die kühlere Nachtluft im Raum zu verteilen.

Ventilatoren sind bis zu Temperaturen von ca. 35 °C einsetzbar. Danach stoßen sie an ihre Grenzen, da die durch den Ventilator zugeführte warme Luft die Haut nicht mehr kühlen kann. Vielmehr besteht die Gefahr, dass sie die Überhitzung fördert.  Achten Sie darauf, das Gerät nicht direkt auf sich oder Ihr Kind auszurichten, sondern in einiger Entfernung aufzustellen. Manche Babys und (Klein-)Kinder reagieren empfindlich auf Zugluft. Außerdem verbraucht ein Ventilator Energie und erzeugt dadurch selbst etwas Wärme.

Hilft alles nichts: Installieren Sie ggf. eine Klimaanlage. Der Einsatz einer (mobilen) Klimaanlagen ist eine der letzten Möglichkeiten, um die Temperatur in Innenräumen zu senken. Entscheiden Sie sich für den Einsatz einer Klimaanlage, darf diese nicht zu kalt eingestellt sein (Erkältungsgefahr!) und Türen und Fenster müssen geschlossen bleiben. Klimaanlagen verfügen in der Regel über geeignete Filter, die Staub, Pollen, Viren und andere Schadstoffe aus der Umgebungsluft entfernen. Um Gesundheitsrisiken auszuschließen, sollte die Anlage regelmäßig gewartet und gereinigt werden.

Schaffen Sie Schattenplätze auf Balkon und Terrasse. Nutzen Sie z. B. Markisen oder Sonnensegel- bzw. schirme, um sich ein schattiges Plätzchen einzurichten.

Setzen Sie Ihr Baby (jünger als 1 Jahr) keinesfalls der direkten Sonneneinstrahlung aus. Kleinkinder (Kinder bis 4 Jahre) sollten zumindest die intensive Mittagssonne (zwischen 10 und 17Uhr) meiden und sich während dieser Zeit im Schatten oder – noch besser – im Haus aufhalten. Diese Vorsichtsmaßnahme dient nicht nur dem Schutz vor Hitze, sondern auch vor UV-Strahlung.

Beschränken Sie Aktivitäten im Freien auf die kühleren Morgen- und Abendstunden. Aber auch dann sollten Sie Ihr Kind lieber an schattigen Plätzen spielen lassen. Achten Sie darauf, dass es immer einen Kopfschutz trägt – auch im Schatten.

Halten Sie sich mit Ihrem Kind im kühlsten Raum der Wohnung auf. Das gilt auch für die Nächte, denn ein überhitztes Schlafzimmer bringt Ihr Baby oder Ihr Kleinkind womöglich um den Schlaf. Hat sich Ihre Wohnung stark aufgeheizt, verbringen Sie mit Ihrem Kind zwei oder drei Stunden an einem kühlen Ort außerhalb Ihrer vier Wände.

Halten Sie sich mit Ihrem Kind nicht in geschlossenen, parkenden Autos auf. In parkenden Autos kann es schnell lebensbedrohlich heiß werden. Sie sind daher kein guter Aufenthaltsort – vor allem nicht für Kinder. Lassen Sie ihr Kind auf keinen Fall dort zurück.

Schützen Sie die Haut Ihres Kindes mit Sonnenschutzmittel. Denken Sie unbedingt daran, die Sonnencreme rechtzeitig – also eine halbe Stunde, bevor es nach draußen geht – aufzutragen. Verwenden Sie möglichst spezielle, wasserfeste und parfümfreie Sonnencreme für Kinder mit einem Lichtschutzfaktor (LSF) von mindestens 30. Denn Kinderhaut ist empfindlicher als die Haut von Erwachsenen und benötigt daher besonderen Schutz vor starker UV-Belastung und Sonnenbränden. Bei Babys sollten Sie allerdings andere Schutzmaßnahmen als Sonnencreme bevorzugen, da die zarte Babyhaut sehr empfindlich ist. Ziehen Sie Ihrem Baby lieber leichte, körperbedeckende Kleidungsstücke an oder bleiben Sie einfach drin. Auch bei Kleinkindern, die älter als 12 Monate sind, sollte Sonnenschutzmittel ausschließlich für Hautstellen benutzt werden, die durch Kleidung nicht geschützt werden können. Weitere Informationen und hilfreiche Tipps zum Schutz Ihres Kindes vor UV-Strahlung finden Sie hier.

Schützen Sie Ihr Kind mit sonnengerechter Kleidung. Die Kleidung sollte auf jeden Fall locker sitzen, denn durch die Luftzirkulation zwischen Haut und Kleidung wird die Wärmeabgabe gefördert. Das Gegenteil tritt ein, wenn Sie Ihrem Kind mehrere Lagen Kleidung übereinander anziehen. Wählen Sie helle Kleidungsstücke aus, die das Sonnenlicht reflektieren, und bevorzugen Sie atmungsaktive Stoffe wie Viskose oder leichte, dünne Baumwolle. Als Kopfschutz empfehlen sich leichte Hütchen mit Krempe oder leichte Mützen mit Schirm und Nackenschutz. Schützen Sie außerdem die Augen Ihres Kindes mit einer bruchsicheren Kindersonnenbrille und achten Sie beim Kauf auf den Hinweis „UV-400“.Weitere Informationen und hilfreiche Tipps zu sonnengerechter Kleidung zum Schutz Ihres Kindes vor UV-Strahlung finden Sie hier.

Prüfen Sie die Körpertemperatur Ihres Kindes. Ob Sie Ihr Baby oder Ihr Kleinkind richtig gekleidet haben bzw. ob ihm zu warm oder zu kalt ist, können Sie ganz leicht herausfinden: Befühlen Sie die Stelle zwischen den Schulterblättern unterhalb des Nackens. Die Haut hier sollte warm, aber nicht verschwitzt sein.

Ermöglichen Sie Ihren Kindern, sich beim Spielen abzukühlen. Wenn Kinder bei hohen Temperaturen draußen spielen, tut Abkühlung gut und Wasser eignet sich dafür besonders. Schon eine große Schüssel mit Wasser auf dem Balkon erfüllt diesen Zweck. Im eigenen Garten können Sie z. B. in einem schattigen Bereich ein Planschbecken oder eine Gartendusche aufstellen.

Achten Sie insbesondere bei Aufenthalten am und im Wasser auf ausreichenden Sonnenschutz. Wasser reflektiert die UV-Strahlung und verstärkt sie dadurch. Cremen Sie Ihr Kind nach dem Planschen erneut mit Sonnencreme ein, denn auch der UV-Schutz wasserfester Sonnencremes lässt bei Kontakt mit Wasser nach. Beachten Sie außerdem, dass kleine Kinder schneller auskühlen als Erwachsene. Ihre Hautoberfläche ist – im Verhältnis zur Körpergröße gesehen – größer als unsere. Deshalb kühlen Ihr Kind auch bei hochsommerlichen Temperaturen im Wasser recht schnell aus. Bieten Sie im eigenen Garten möglichst handwarmes Wasser zum Spielen an, begrenzen Sie die Badezeit und wechseln Sie nach dem Bad möglichst schnell die nasse Kleidung Ihres Kindes. Weitere Informationen und hilfreiche Tipps zum Schutz Ihres Kindes vor UV-Strahlung finden Sie hier.

Achtung: Die Gefahr des Ertrinkens wird oft unterschätzt. Lassen Sie kleine Kinder nie unbeaufsichtigt im oder am Wasser spielen.

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind während einer Hitzewelle genug trinkt. Die empfohlene Trinkmenge für ein 2- bis 6-jähriges Kind liegt bei etwa drei Viertel bis einem Liter Flüssigkeit pro Tag – bei normalen Umgebungstemperaturen. Bei Temperaturen über 30 °C kann die doppelte bis dreifache Trinkmenge nötig sein, um eine ausgeglichene Flüssigkeitsbilanz bei Ihrem Kind zu garantieren. Orientieren Sie sich im Zweifel an den Richtwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. Hier werden die empfohlenen Trinkmengen für die verschiedenen Altersgruppen aufgeführt.

Am besten eignen sich Wasser, ungesüßte Früchte- und Kräutertees sowie Saftschorlen (ein Teil Saft und drei Teile Wasser). Die Getränke sollten kühl, aber nicht eiskalt sein. Bringen Sie Abwechslung in das Getränkeangebot und gehen Sie dabei ruhig auf die Vorlieben Ihres Kindes ein. Verzichten Sie aber auf stark gezuckerte Getränke. Dazu gehören zum Beispiel Limonaden, Malzbier, gezuckerter Eistee, Fruchtsaftgetränke und Fruchtnektare. Diese Getränke können Übergewicht und Karies verursachen.

Tipps, die Kinder zum Trinken motivieren:

  • Bieten Sie zu jeder Mahlzeit ein Getränk an.
  • Erinnern Sie Ihr Kind stündlich ans Trinken.
  • Stellen Sie die Getränke griffbereit und motivieren Sie „Trinkmuffel“, öfter kleine Mengen zu trinken.
  • Gestalten Sie das Getränkeangebot abwechslungsreich.
  • Bringen Sie mit bunten Gläsern Farbe ins Spiel.
  • Bieten Sie Ihrem Kind an, mit einem (möglichst wiederverwendbaren) Strohhalm zu trinken.
  • Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und trinken Sie ebenfalls regelmäßig und ausreichend. 
  • Trinken Sie zusammen mit Ihrem Kind und führen Sie z. B. gemeinsame, spielerische Trinkpausen ein. Das motiviert.

Denken Sie daran, Trinkgefäße im Freien zum Schutz vor Insekten abzudecken.

Stillen Sie häufiger als gewohnt. Wenn Sie Ihr Baby stillen, benötigt es keine zusätzliche Flüssigkeit. Die Muttermilch reicht auch an sehr heißen Tagen völlig aus. Achten Sie aber darauf, ihm häufiger als sonst die Brust anzubieten. Vergessen Sie auch nicht, selbst ausreichend zu trinken. Falls Sie unsicher sind, wenden Sie sich an Ihre Hebamme.

Geben Sie Ihrem Kind leichtes, frisches und kühles Essen. Verteilen Sie es auf mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag und bevorzugen Sie Lebensmittel mit möglichst hohem Wassergehalt. Das können Obst, Gemüse, Salat und kühle Suppen sein. Besonders empfehlenswert an heißen Tagen sind Melonen und Gurken, denn sie haben einen Wasseranteil von über 90 %. Sehr beliebt bei Kindern ist natürlich Eis, das aber sehr viel Zucker enthält. Eine gesündere Variante können Sie ganz leicht aus ungesüßtem Fruchtsaft selbst herstellen.

Ermöglichen Sie Ihrem Kind, während einer Hitzewelle im kühlsten Raum der Wohnung zu schlafen. Bei Babys und Kleinkindern ist es besonders wichtig, nächtliche Überhitzung zu vermeiden. Versuchen Sie, das Zimmer so kühl wie möglich zu halten. Je höher die Temperaturen im Raum, desto dünner und luftiger sollte die Schlafkleidung sein. Ein dünner Schlafanzug ohne Füße oder ein kurzärmeliger Body aus Naturfasern wie z. B. Baumwolle reicht aus.

Benutzen Sie leichte Bettwäsche. Tauschen Sie die Bettdecke ihres Kindes durch ein leichtes Baumwolllaken aus. Falls Sie einen Schlafsack nutzen, verwenden Sie bitte einen leichteren Sommerschlafsack mit kurzen Ärmeln.

Plüschtiere und Kissen speichern die Wärme und sollten in besonders heißen Nächten aus dem Kinderbett entfernt werden.

Nehmen Sie plötzlich auftretende Symptome ernst. Kinder reagieren auf übermäßige Hitze oft mit Fieber. Zu warme Kleidung, die die Wärmeabgabe vermindert (Hitzestau), und akute Infekte können diese Entwicklung noch begünstigen. Ob Sie Ihr Baby oder Ihr Kleinkind richtig gekleidet haben bzw. ob ihm zu warm oder zu kalt ist, können Sie ganz leicht herausfinden: Befühlen Sie die Stelle zwischen den Schulterblättern unterhalb des Nackens. Die Haut hier sollte warm, aber nicht verschwitzt sein.

Sind Kinder im Freien körperlich sehr aktiv, entsteht Hitzestress, der in einen Zustand der Hitzeerschöpfung übergehen kann. Typische Anzeichen sind:

  • starkes Schwitzen,
  • kühle Haut,
  • ein gerötetes Gesicht und/oder
  • trockene Lippen als Zeichen dafür, dass Ihr Kind zu wenig getrunken hat.

Zusätzlich können Kinder über folgende Symptome klagen:

  • Kopfschmerzen,
  • Übelkeit und/oder
  • Ohrgeräusche.

Sind Kinder im Hitzestress, wirken sie außerdem erschöpft und unkonzentriert. Sorgen Sie dafür, dass sich der kindliche Körper abkühlt. Begeben Sie sich mit Ihrem Kind in kühlere Innenräume, machen Sie feuchte Umschläge und animieren Sie Ihr Kind, möglichst viel zu trinken.

Nehmen Sie die genannten Symptome nicht auf die leichte Schulter: Hitzeerschöpfung kann zu einem Hitzschlag führen, der lebensbedrohlich für Ihr Kind werden kann. Ein Hitzschlag kündigt sich durch erhöhte Körpertemperatur in Verbindung mit heißer, roter Haut, die allerdings nicht schwitzt, und starke, stechende Kopfschmerzen an. Behandeln Sie das gemeinsame Auftreten dieser Symptome als absoluten medizinischen Notfall und rufen Sie schnellstmöglich den Notdienst (Telefonnummer: 112).

Ist der Kopf Ihres Kindes über einen längeren Zeitraum starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt, kann es einen Sonnenstich bekommen. Häufige Symptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Nackenschmerzen. Leiten Sie Erste-Hilfe-Maßnahmen ein, indem Sie für Abkühlung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr sorgen. Bei Verdacht auf einen Sonnenstich sollten Sie außerdem zeitnah medizinischen Rat einholen.

Meiden Sie Hitze und halten Sie sich an die geltenden Regeln und Empfehlungen zum Infektionsschutz. Denn es gibt keine Beweise dafür, dass hohe Temperaturen Sie und Ihr Baby bzw. Ihr Kleinkind vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen.

Minimieren Sie Ihr Risiko und das Ihres Kindes. Schützen Sie sich und Ihr Kind bei einem Aufenthalt im Freien vor Hitze und direkter Sonneneinstrahlung –  beachten Sie dabei aber immer die geltenden Abstandsregeln.

Meiden Sie Kontakt zu haushaltsfremden Personen, falls Sie in Innenräumen wegen der Hitze auf eine Fensterlüftung verzichten bzw. verringern Sie möglichst die gemeinsame Aufenthaltsdauer im geschlossenen Raum und achten Sie auf die empfohlenen Schutzmaßnahmen.

Deuten Sie Symptome richtig. Die folgenden Symptome von Hitzeerkrankungen können auch Anzeichen einer COVID-19-Erkrankung oder anderer Infektionen sein:

  • Erschöpfungsgefühle,
  • Kopfschmerzen,
  • Kurzatmigkeit,
  • erhöhte Temperatur oder Fieber.

Treten diese Symptome auf, müssen Sie auch an eine COVID-19-Erkrankung denken. Sie sollten zu Hause bleiben, die Abstands- und Hygieneregeln einhalten und sich telefonisch beraten lassen. Rufen Sie am besten die Telefonnummer 116117, eine lokale Corona-Hotline, die Hausarztpraxis oder einen anderen behandelnden Arzt bzw. eine Ärztin an.

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklären – Hitze und Hitzeschutz | BZgA – Klima – Mensch – Gesundheit

Johannes Wurm
Author: Johannes Wurm

Kreisjugendpfleger und Jugendhilfeplaner Landkreis Hof

Teilen:

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Newsblog

Empfohlene Beiträge

Weltkindertag

Weltkindertag 2022

Wann: Sonntag, den 26.06.2022 Wo: Selbitz (Festplatz am Anger) Wer: Kreisjugendring Hof und Kommunale Jugendarbeit Landkreis Hof www.kjr-hof.de oder www.juhola.de Ablaufplan: 12.00

weiterlesen »
X